Die Fehmarnsundbrücke ist eine der schönsten Brücken in Deutschland und das Wahrzeichen der Insel Fehmarn. Die meisten Fehmarn-Urlauber fahren einfach nur über drüber, um ihren Urlaubsort irgendwo auf der Insel zu erreichen. Wir haben in einem Hausboot direkt im Hafen an Brücke übernachtet. So haben wir die Stimmung auch beim Sonnenuntergang erlebt – und den Sandstrand in Fehmarnsund geliebt! Zudem ist die Lage ein guter Ausgangspunkt, um von hier die komplette Ostseeinsel mit dem Fahrrad zu erleben. Falls dich das interessiert: Das Hausboot war sehr angenehm, es gibt aber auch Ferienwohnungen:
➔ Das ist die offizielle Webseite für das Hausboot.
Geschichte der Fehmarnsundbrücke
Die Geschichte der Fehmarnsundbrücke beginnt lange vor ihrem eigentlichen Bau. Schon zu Beginn des 20. Jahrhunderts gab es Überlegungen, die Insel Fehmarn statt mit der damaligen Schiffslinie durch eine Brücke mit dem Festland zu verbinden.
Erste Pläne für eine feste Fehmarnsundquerung
Bereits 1912 wurden konkrete Überlegungen für eine Eisenbahnverbindung über den Fehmarnsund angestellt. Damit war die Idee einer festen Querung deutlich älter als die heute bekannte Brücke. Mehrere Planungen wurden im Laufe der folgenden Jahrzehnte entwickelt, doch politische und wirtschaftliche Rahmenbedingungen verhinderten zunächst die Umsetzung.
Ein Brückenprojekt während des Zweiten Weltkriegs
Auch während des Zweiten Weltkriegs wurde eine feste Verbindung zwischen Fehmarn und dem Festland geplant. Erste Bauarbeiten wurden begonnen, aber 1942 aufgrund des Kriegsverlaufs eingestellt. Die später realisierte Verbindung entstand schließlich auf einer veränderten planerischen Grundlage.
Die Vogelfluglinie bringt den Durchbruch
In den 1950er-Jahren wurde die feste Fehmarnsundquerung Teil eines größeren Projekts: der Vogelfluglinie zwischen Deutschland und Dänemark. Die Verbindung sollte Hamburg und Lübeck über Fehmarn mit dem dänischen Lolland verbinden. Damit erhielt der Bau der Brücke eine europäische Dimension. 1952 wurden erneut Untersuchungen zu einer festen Querung – Brücke oder Tunnel – angestoßen.
Der Wettbewerb von 1959
1959 wurde ein öffentlicher Wettbewerb für die neue Brücke ausgeschrieben. Aus 20 Entwürfen wurde schließlich die außergewöhnliche Netzwerkbogenlösung ausgewählt. Der Entwurf des Bogentragwerks stammte aus der Gutehoffnungshütte Sterkrade AG in Oberhausen. Beteiligt waren unter anderem Helmut Wild, G. Fischer, T. Jahnke, P. Stein. Für die architektonische Gestaltung war Gerd Lohmer zuständig. Bauherren waren die Deutsche Bundesbahn und die Bundesstraßenverwaltung. Die Federführung lag bei der Bundesbahndirektion Hamburg beziehungsweise beim damaligen Landesamt für Straßenbau in Kiel.
Baubeginn 1960
Im Januar 1960 begannen die Bauarbeiten. Die Konstrukteure standen vor einer schwierigen Aufgabe: Über einen Meeresarm sollte eine schlanke Konstruktion entstehen, die gleichzeitig Straße und Eisenbahn aufnehmen konnte.
Für die Arbeiten im Sund kamen spezielle schwimmende Hubinseln zum Einsatz. Das war für die damalige Zeit eine bemerkenswerte Bauleistung. Die Brückenteile wurden teilweise über die damalige Fährverbindung zur Baustelle transportiert. Auf der Fehmarner Seite wurden Elemente auf Eisenbahnwagen zur Baustelle gebracht und anschließend mit Portalkränen, Hilfsjochen und im Freivorbau montiert.
1961 erfolgte die Montage der Nebentragwerke. 1962 der Bau des großen Netzwerkbogens. 1963 die Fertigstellung, Belastungsprobe und Inbetriebnahme.
Eröffnung 1963
Am 30. April 1963 wurde die Fehmarnsundbrücke offiziell eröffnet. Seitdem verbindet sie die Insel Fehmarn mit dem Festland. Damit war ein entscheidendes Teilstück der Vogelfluglinie fertiggestellt.
Aber bereits am 16. Januar 1963 wurde die Brücke erstmals genutzt. Der Grund war ein extrem strenger Winter. Der Fährverkehr nach Fehmarn war teilweise zum Erliegen gekommen. Um die Versorgung der Insel und der Baustelle sicherzustellen, wurde die noch nicht vollständig fertiggestellte Brücke mit Sondergenehmigung und auf eigene Gefahr genutzt.
1999 wird die Brücke zum Denkmal
Seit 1999 steht die Fehmarnsundbrücke unter Denkmalschutz. Ihre Bedeutung ergibt sich nicht nur aus ihrer Funktion, sondern insbesondere aus ihrer technikgeschichtlichen, wissenschaftlichen und gestalterischen Bedeutung.

