Die Fehmarnsundbrücke ist eine der schönsten Brücken in Deutschland und das Wahrzeichen der Insel Fehmarn. Die meisten Fehmarn-Urlauber fahren einfach nur über drüber, um ihren Urlaubsort irgendwo auf der Insel zu erreichen. Wir haben in einem Hausboot direkt im Hafen an Brücke übernachtet. So haben wir die Stimmung auch beim Sonnenuntergang erlebt – und den Sandstrand in Fehmarnsund geliebt! Zudem ist die Lage ein guter Ausgangspunkt, um von hier die komplette Ostseeinsel mit dem Fahrrad zu erleben. Falls dich das interessiert: Das Hausboot war sehr angenehm, es gibt aber auch Ferienwohnungen:
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Die Fehmarnsundquerung
Die Fehmarnsundquerung ist eines der wichtigsten Infrastrukturprojekte auf Fehmarn und im schleswig-holsteinischen Ostholstein. Sie soll die Verbindung zwischen der Insel Fehmarn und dem deutschen Festland langfristig leistungsfähig machen und ist gleichzeitig ein wichtiger Bestandteil der Hinterlandanbindung der festen Fehmarnbeltquerung.
Die bestehende Fehmarnsundbrücke wurde 1963 für den Verkehr freigegeben. Statische Untersuchungen und Belastungstests haben jedoch gezeigt, dass das Bauwerk den künftig erwarteten Straßen- und Schienenverkehr nach Fertigstellung der Fehmarnbeltquerung nicht dauerhaft aufnehmen kann. Deshalb wurde nach einer neuen Lösung für die Querung des Fehmarnsunds gesucht.
Warum braucht es eine neue Fehmarnsundquerung?
Die bestehende Fehmarnsundbrücke ist heute eine kombinierte Straßen- und Eisenbahnbrücke. Allerdings verfügt sie nur über eine Fahrbahn pro Richtung und eine eingleisige Bahnstrecke. Für die künftig erwarteten Verkehrsströme reicht diese Kapazität nicht aus.
Mit der neuen Fehmarnbeltquerung zwischen Fehmarn und der dänischen Insel Lolland wird sich die Bedeutung der Verkehrsverbindung zwischen Deutschland und Dänemark weiter erhöhen. Die deutsche Hinterlandanbindung muss deshalb entsprechend leistungsfähig ausgebaut werden.
Umfangreiche Untersuchungen haben daher verschiedene Möglichkeiten für die zukünftige Fehmarnsundquerung geprüft. Dazu gehörten unter anderem ein neuer Brückenbau, verschiedene Tunnelvarianten und weitere Lösungen. Nach der Abwägung der unterschiedlichen Varianten fiel die Entscheidung auf einen kombinierten Absenktunnel für Straße und Eisenbahn.
Der neue Fehmarnsundtunnel
Das Herzstück der neuen Fehmarnsundquerung wird ein rund 2,2 Kilometer langer Absenktunnel. Er soll westlich der bestehenden Fehmarnsundbrücke verlaufen und die Insel Fehmarn unter dem Fehmarnsund mit dem Festland verbinden. Der kombinierte Straßen- und Eisenbahntunnel wird für beide Verkehrsarten ausgelegt. Vorgesehen sind:
- vier Fahrstreifen für den Straßenverkehr
- zwei Gleise für die Eisenbahn
- eine getrennte Führung von Straße und Schiene in jeweils eigenen Tunnelröhren
Damit entsteht eine moderne und leistungsfähige Verkehrsverbindung zwischen Fehmarn und dem Festland. Der neue Tunnel ist dabei nicht nur ein Ersatz für die bisherige Brücke, sondern ein wichtiger Baustein für die zukünftige Verkehrsachse zwischen Deutschland und Dänemark.
Wie wird der Absenktunnel gebaut?
Ein Absenktunnel wird nicht einfach vollständig unter dem Wasser aus Beton gegossen. Stattdessen werden einzelne große Tunnelelemente an Land hergestellt und anschließend in den vorbereiteten Bereich des Fehmarnsunds eingebracht. Für die Fehmarnsundquerung ist dafür ein Trockendock vorgesehen. Dort sollen die einzelnen Tunnelteile gefertigt werden. Anschließend werden sie für das Absenken vorbereitet und an ihrem vorgesehenen Platz im Sund positioniert.
Der geplante Tunnel besteht voraussichtlich aus mehreren großen Betonelementen. Nach Angaben aus der aktuellen Projektplanung sind rund zwölf Elemente vorgesehen, deren Länge jeweils etwa zwischen 140 und 160 Metern liegt. Der Tunnel soll ungefähr 50 Meter breit und rund 10 Meter hoch sein. Die Herstellung und das Absenken der gewaltigen Bauteile gehören damit zu den technisch anspruchsvollsten Teilen des gesamten Fehmarnsundprojekts.
Wo entsteht die neue Fehmarnsundquerung?
Der neue Fehmarnsundtunnel wird westlich der bestehenden Fehmarnsundbrücke gebaut. Die neue Querung umfasst dabei nicht nur den eigentlichen Tunnel unter dem Wasser, sondern auch umfangreiche Anbindungen auf beiden Seiten des Sundes. Auf dem Festland reicht die geplante Anbindung bis in den Bereich von Großenbrode. Auf Fehmarn wird die neue Strecke bis nördlich von Strukkamp geführt. Insgesamt umfasst das Projekt damit deutlich mehr als nur die eigentliche Tunnelröhre.
Was passiert mit der Fehmarnsundbrücke?
Die bestehende Fehmarnsundbrücke wird nicht abgerissen. Sie soll auch nach der Fertigstellung der neuen Fehmarnsundquerung erhalten bleiben. Die denkmalgeschützte Brücke wird in einem eigenständigen Projekt durch die DEGES ertüchtigt. Ihre bisherige Funktion für den überregionalen Straßen- und Eisenbahnverkehr wird sich jedoch verändern. Nach Inbetriebnahme des neuen Tunnels soll der Zugverkehr vollständig in den neuen Fehmarnsundtunnel verlagert werden.
Die historische Brücke soll anschließend vor allem dem langsamen Verkehr, Fußgängern und Radfahrern zur Verfügung stehen. Auch eingeschränkter Kraftverkehr ist nach aktuellem Planungsstand als mögliche Nutzung vorgesehen.
Wie ist der aktuelle Stand der Fehmarnsundquerung?
Das Projekt befindet sich inzwischen in einem fortgeschrittenen Planungs- und Genehmigungsstadium. Die Unterlagen für den Planfeststellungsabschnitt Fehmarnsundquerung wurden 2025 eingereicht. Das Eisenbahn-Bundesamt führt das entsprechende Planfeststellungsverfahren durch; die Öffentlichkeitsbeteiligung fand 2025 statt. Für 2026 wird der Planfeststellungsbeschluss angestrebt. Das Land Schleswig-Holstein teilte Anfang 2026 mit, dass bei einem günstigen Verlauf und ohne gravierende Klagen noch im Laufe des Jahres mit dem Bau des Tunnels begonnen werden könnte.

