Bau

Die Fehmarnsundbrücke ist eine der schönsten Brücken in Deutschland und das Wahrzeichen der Insel Fehmarn. Die meisten Fehmarn-Urlauber fahren einfach nur drüber, um ihren Urlaubsort irgendwo auf der Insel zu erreichen. Wir haben in einem Hausboot direkt im Hafen an der Brücke übernachtet. So haben wir die Stimmung auch beim Sonnenuntergang erlebt – und den Sandstrand in Fehmarnsund geliebt! Alternativ kannst du am Festland günstig in einer Ferienwohnung in Strandnähe übernachten. Falls dich das interessiert:

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Bau der Fehmarnsundbrücke

Der Bau der Fehmarnsundbrücke war für die damalige Zeit ein außergewöhnliches Ingenieurprojekt. Die Verbindung zwischen der Insel Fehmarn und dem schleswig-holsteinischen Festland musste unter anspruchsvollen Bedingungen über den Fehmarnsund geführt werden. Dabei galt es nicht nur, eine leistungsfähige Verkehrsverbindung für Straße und Eisenbahn zu schaffen, sondern zugleich eine große und architektonisch markante Stahlkonstruktion zu errichten. Besonders der Bau des gewaltigen Netzwerkbogens stellte die Ingenieure und Bauarbeiter vor besondere Herausforderungen.

Eine Brücke über die Ostsee

Der Baugrund, das Wasser des Fehmarnsunds und die exponierte Lage zwischen Fehmarn und dem Festland machten die Bauarbeiten anspruchsvoll. Wind, Wellen und die offene Lage spielten bei der Planung und Montage eine wichtige Rolle. Gleichzeitig mussten große und schwere Stahlbauteile mit hoher Präzision hergestellt, transportiert und vor Ort miteinander verbunden werden.

Die Konstruktion der Fehmarnsundbrücke musste dabei nicht nur ihr eigenes Gewicht tragen, sondern auch die späteren Belastungen durch den Straßen- und Eisenbahnverkehr aufnehmen. Für die damalige Zeit waren die Dimensionen der Brücke und insbesondere der große Stahlbogen bemerkenswert. Die Bauarbeiten erforderten deshalb eine enge Zusammenarbeit verschiedener Fachbereiche – vom Stahlbau über den Brückenbau bis hin zur Vermessung und den technischen Hilfskonstruktionen.

Dammschüttungen verkürzten die Brückenlänge

Ein besonders interessanter Aspekt beim Bau der Fehmarnsundbrücke ist der Unterschied zwischen der Breite des Fehmarnsunds und der tatsächlichen Länge der Brückenkonstruktion. Der Fehmarnsund ist an dieser Stelle etwa 1,3 Kilometer breit. Die Brücke überspannt jedoch nicht die gesamte Wasserfläche.

Um die erforderliche Spannweite zu reduzieren, wurde der Sund auf beiden Seiten durch Dammschüttungen eingeengt. Dadurch entstand ein verkürzter Querungsbereich, den die eigentliche Brückenkonstruktion überbrücken musste. Die Fehmarnsundbrücke hat deshalb eine Länge von rund 963,40 Metern, obwohl der Fehmarnsund an dieser Stelle deutlich breiter ist.

Der große Netzwerkbogen

Das unverwechselbare Erscheinungsbild der Fehmarnsundbrücke wird vor allem durch ihren großen Netzwerkbogen geprägt. Er bildet das architektonische und konstruktive Herzstück des Bauwerks und verleiht der Brücke ihre charakteristische Silhouette.

Besonders außergewöhnlich ist die Anordnung der Seile und Hänger. Die Fahrbahn wird nicht einfach durch senkrecht verlaufende Hänger am Brückenbogen befestigt. Stattdessen verlaufen die Hänger diagonal und kreuzen sich mehrfach. Dadurch entsteht das charakteristische netzartige Muster, das dem Begriff „Netzwerkbogen“ seinen Namen gibt.

Diese Konstruktionsweise ist nicht nur optisch auffällig, sondern erfüllt auch eine wichtige statische Funktion. Durch die diagonale Anordnung der Hänger werden die Kräfte innerhalb des Tragwerks wirkungsvoll verteilt. Der große Bogen und die Fahrbahn bilden gemeinsam ein komplexes Tragwerk, das die unterschiedlichen Belastungen des Verkehrs sicher aufnehmen kann.

Montage der Stahlkonstruktion

Die Fehmarnsundbrücke konnte nicht einfach als fertiges Bauwerk an ihrem späteren Standort aufgestellt werden. Die gewaltige Stahlkonstruktion wurde aus zahlreichen einzelnen Bauteilen gefertigt und anschließend auf der Baustelle montiert. Dabei mussten die einzelnen Elemente exakt aufeinander abgestimmt werden.

Besonders anspruchsvoll war die Montage des großen Bogens. Die einzelnen Stahlteile mussten in der richtigen Position zusammengefügt und während der Bauphase sicher gehalten werden. Dafür waren umfangreiche Hilfskonstruktionen erforderlich. Gleichzeitig mussten die Bauingenieure ständig kontrollieren, ob sich die Konstruktion entsprechend der vorgesehenen Geometrie verhielt.

Eine präzise Vermessung spielte deshalb eine entscheidende Rolle. Schon kleine Abweichungen konnten sich bei einer Konstruktion dieser Größenordnung auf weitere Bauteile auswirken. Die Montage des Netzwerkbogens war somit ein Zusammenspiel aus sorgfältiger Planung, leistungsfähigem Stahlbau, temporären Hilfskonstruktionen und exakter Vermessung.

Ein Bauwerk für Straße und Eisenbahn

Die Fehmarnsundbrücke wurde von Anfang an als multifunktionales Verkehrsbauwerk konzipiert. Sie sollte nicht lediglich den Straßenverkehr zwischen dem Festland und Fehmarn ermöglichen, sondern gleichzeitig eine wichtige Verbindung für die Eisenbahn schaffen. Auf der Brücke wurden deshalb verschiedene Verkehrswege miteinander kombiniert. Sie trug den Straßenverkehr und die Eisenbahn und bot darüber hinaus auch Möglichkeiten für den Fuß- und Radverkehr.

Die Fehmarnsundbrücke war damit nicht nur wegen ihrer beeindruckenden Länge und des markanten Netzwerkbogens ein außergewöhnliches Bauwerk. Sie verband technische Leistungsfähigkeit mit einer vielseitigen Verkehrsfunktion und wurde zu einem wichtigen Bestandteil der Verkehrsverbindung zwischen Fehmarn und dem schleswig-holsteinischen Festland. Bis heute ist vor allem der große Netzwerkbogen das prägende Merkmal der Brücke und macht sie zu einem der bekanntesten Brückenbauwerke Norddeutschlands.
–> Netzwerkbogenbrücke

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